
Ein Gemüsegarten muss nicht immer nur grün sein. Zwischen Salat, Bohnen und Zucchini darf es ruhig auch einmal leuchten. Bei mir sorgt dafür die Gartenmelde „Rote Burgenländerin“, eine alte Kulturpflanze, die nicht nur essbar ist, sondern mit ihren tiefroten Blättern auch ein echter Blickfang im Garten ist.
Die Gartenmelde gehört zu den ältesten Gemüsepflanzen Europas. Lange bevor Spinat in unseren Küchen Einzug hielt, wurde sie bereits angebaut und gegessen. Schon die Römer kannten und schätzten die Pflanze. Im Mittelalter war die Melde in vielen Bauerngärten zu finden, geriet später aber zunehmend in Vergessenheit, als Spinat einfacher verfügbar wurde.
Dabei hätte die Gartenmelde eine Renaissance verdient. Die Sorte „Rote Burgenländerin“ begeistert nicht nur durch ihre intensive Färbung, sondern auch durch ihre Robustheit. Sie wächst zuverlässig, kommt mit Trockenheit besser zurecht als manche andere Blattgemüse und versamt sich oft selbst, sodass sie im nächsten Jahr wieder auftaucht.

Die jungen Blätter können ähnlich wie Spinat verwendet werden. Roh bringen sie Farbe in Salate, gekocht eignen sie sich für Suppen, Gemüsegerichte oder als Beilage. Die größeren Blätter lassen sich auch wie Mangold zubereiten. Ihr Geschmack ist mild, leicht erdig und angenehm zart.
Besonders schön finde ich die Gartenmelde aber als Gestaltungselement im Gemüsegarten. Zwischen grünen Salaten, Kohlpflanzen oder Kräutern setzt sie kräftige Farbakzente. Die dunkelroten bis purpurfarbenen Blätter wirken beinahe wie Zierpflanzen und zeigen, dass Nutzgärten nicht nur ertragreich, sondern auch wunderschön sein können.
Früher waren Bauerngärten oft bunt gemischt. Gemüse, Kräuter und Blumen wuchsen nebeneinander. Diese Vielfalt hatte nicht nur praktische Vorteile, sondern erfreute auch das Auge. Die Gartenmelde erinnert mich daran, dass ein Gemüsegarten mehr sein darf als eine reine Produktionsfläche.
Wer alte Gemüsesorten liebt und gleichzeitig etwas Farbe ins Beet bringen möchte, sollte der „Roten Burgenländerin“ einen Platz im Garten schenken. Sie verbindet Geschichte, Nutzen und Schönheit auf ganz besondere Weise.