August ist Kohlzeit – auch wenn der Sommer noch gar nicht daran denkt aufzuhören

Während viele Beete langsam abgeerntet werden, beginnt für mich jetzt eine meiner liebsten Pflanzzeiten. Im August zieht nämlich der Kohl in den Gemüsegarten ein. Klingt vielleicht ungewöhnlich, ist aber genau der richtige Zeitpunkt. Der Boden ist noch schön warm, die Pflanzen wachsen rasch an und bis die kalten Nächte kommen, haben sie sich gut eingewurzelt.

Nach den letzten Wochen mit Hitze und Trockenheit freut sich der Garten ohnehin über jedes bisschen Abkühlung. Und wenn der Regen auch noch mitspielt, steht einer guten Kohlernte nichts mehr im Weg.

Jetzt ist auch noch Zeit für Grünkohl, Rosenkohl, Palmkohl, Wirsing, Weißkraut, Rotkraut, Chinakohl, Pak Choi oder Kohlrabi. Auch Flower Sprouts, die spannende Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl, kommen jetzt ins Beet. Sie liefern den ganzen Winter über kleine, lockere Röschen und gehören mittlerweile zu meinen Lieblingskohlsorten.

Kohl zählt allerdings zu den Starkzehrern. Ein Boden mit reichlich Kompost oder gut verrottetem Mist ist daher Gold wert. Gleichmäßiges Gießen ist besonders in den ersten Wochen wichtig, denn Trockenstress mögen die jungen Pflanzen überhaupt nicht.

Ein großer Vorteil der Augustpflanzung sind auch die Erdflöhe. Zumindest normalerweise. Wobei… was ist heuer im Garten eigentlich schon normal. vor allem jetzt? Trotzdem werden die kleinen Springteufel mit den kühleren Temperaturen deutlich weniger aktiv. Der frisch gepflanzte Kohl kann dadurch meist ungestört wachsen, ohne dass die Blätter gleich aussehen, als hätte jemand mit einer Schrotflinte darauf gezielt.

Heuer haben es die Erdflöhe allerdings besonders gut mit mir gemeint, oder besser gesagt, besonders schlecht. Sie haben mir nicht nur meinen mehrjährigen Kohl, sondern auch sämtliche neu gepflanzten Kohlsorten 2026 regelrecht eliminiert. Da blieb nicht viel zum Ernten übrig. Die zeitig angebauten Kohlrabis und Co konnte ich gerade noch rechtzeitig abernten , aber sie kamen über Nacht, da war es dann für die letzten Saubohnen und auch alle Rettichsorten zu spät. Auch die Kapuzinerkresse die ich als Opferpflanze gesät habe hat nichts genutzt.

Genau deshalb wage ich heuer einen zweiten Anlauf. Dafür muss ich allerdings erst wieder in aller Ruhe die Samenkataloge durchstöbern. Irgendwo warten bestimmt noch ein paar spannende Sorten darauf, ausprobiert zu werden. Aufgeben ist schließlich keine Option, auch wenn der Garten einem manchmal ganz schön auf die Probe stellt. Heuer sind es nicht nur die Erdflöhe sondern auch die extreme Trockenheit. Samen und Jungpflanzen brauchen Feuchttigkeit und die kann ich seit Wochen nicht mehr anbieten.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, spannt zusätzlich ein Kulturschutznetz über das Beet. Das hält nicht nur Erdflöhe fern, sondern später auch den Kohlweißling, dessen Raupen in erstaunlich kurzer Zeit aus einem schönen Kohl eine Sammlung nackter Blattrippen machen können. Zusätzlich habe ich mir noch Urgesteinsmehl besorgt, sollte es auch im Herbst wieder so warm werden wie in den letzten Jahren haben leider diese kleinen Biester auch noch länger Saison.

Ganz wichtig ist auch die Fruchtfolge. Kohl sollte nur alle drei bis vier Jahre am gleichen Platz wachsen. Das hilft, Krankheiten wie der Kohlhernie vorzubeugen und hält den Boden gesund.

Ich mag den Kohlanbau im August besonders, weil er zeigt, dass die Gartensaison noch lange nicht vorbei ist. Während viele schon ans Abräumen denken, beginnt jetzt die Planung für Herbst und Winter. Frischer Grünkohl nach dem ersten Frost oder Flower Sprouts mitten im Winter schmecken gleich doppelt so gut, wenn man weiß, dass sie aus dem eigenen Garten kommt, Grünkohlchips sind ausserdem gesund….

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