Sommerzeit ist für mich auch immer Obstkuchenzeit. Wenn draußen die Sonne scheint und die ersten Feigen reif werden, gibt es kaum etwas Schöneres, als den Duft eines frisch gebackenen Kuchens, der aus der Küche strömt. Feigen gehören für mich ohnehin zu den faszinierendsten Früchten überhaupt. Sie sehen aus, als hätte sich die Natur beim Design besonders viel Mühe gegeben, schmecken herrlich süß und erinnern mich immer ein wenig an Urlaub im Süden. (Rezept findest du weiter unten).

Wer einmal eine sonnengereifte Feige direkt vom Baum gegessen hat, wird die Früchte aus dem Supermarkt mit anderen Augen betrachten. Die meisten Feigen, die wir kaufen können, stammen aus Ländern wie der Türkei, Griechenland oder Italien. Damit sie den langen Transport überstehen, werden sie oft etwas früher geerntet. Sie schmecken zwar gut, erreichen aber selten das intensive Aroma einer vollreifen Feige, die direkt am Baum ausreifen durfte. Das Fruchtfleisch ist weicher, süßer und beinahe marmeladig. Wer das Glück hat, einen eigenen Feigenbaum im Garten zu haben, weiß genau, wovon ich spreche.

Feigen sind übrigens nicht nur köstlich, sondern auch kleine Nährstoffpakete. Sie enthalten reichlich Ballaststoffe, die unserer Verdauung guttun, sowie Kalium, das für Muskeln und Nerven wichtig ist. Dazu kommen Magnesium, Calcium und verschiedene B Vitamine. Besonders interessant ist ihr Gehalt an antioxidativen Pflanzenstoffen, die unsere Zellen vor freien Radikalen schützen können. Frische Feigen liefern zudem Vitamin K.

Vielleicht liebe ich Feigen auch deshalb so sehr, weil sie etwas Besonderes haben. Sie gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wurden bereits vor mehreren tausend Jahren im Mittelmeerraum angebaut. Schon die alten Griechen und Römer schätzten sie als wertvolles Lebensmittel. In vielen Kulturen gelten Feigen bis heute als Symbol für Fruchtbarkeit, Wohlstand und Genuss. Wir haben mehrere verschiedene Sorten im Garten ich liebe sie frisch aber verarbeite sie auch zu Feigensenf und zu Chutneys.

Ein Gâteau aux Figues, also ein französischer Feigenkuchen, passt deshalb wunderbar in die sommerliche Küche. Die französische Landküche liebt einfache Kuchen, die das Aroma saisonaler Früchte in den Mittelpunkt stellen. Während in Frankreich häufig Tarte aux Figues gebacken wird, also mit Mürbteig, ist ein Gâteau aux Figues ein saftiger Rührkuchen mit frischen Feigen, der besonders in den südlichen Regionen des Landes beliebt ist. Dort wachsen Feigenbäume oft ganz selbstverständlich in den Gärten und liefern jedes Jahr eine reiche Ernte.

Gâteau aux Figues (26 cm Springform)

Zutaten:

  • 10 bis 14 frische Feigen (je nach Größe)
  • 250 g weiche Butter
  • 150 g Zucker
  • 1 EL Vanille-Dattelzucker von Vanilla Aid gibt es hier : ( www.vanilla-aid.at)
  • 4 Eier (Größe M)
  • 250 g Weizenmehl
  • 50 g gemahlene Walnüsse
  • 2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL brauner Zucker zum Bestreuen
  • Etwas Butter für die Form

Zubereitung:

Den Backofen je nach Herd , wenn notwendig auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und die Springform einfetten oder mit Backpapier auslegen. Die Feigen je nach Größe halbieren oder vierteln

Butter, Zucker und den Vanille-Dattelzucker einige Minuten cremig rühren. Das leicht karamellige Aroma des Vanille-Dattelzuckers passt meiner Meinung nach ganz wunderbar zu den süßen, sonnengereiften Feigen. Die Eier einzeln unterrühren.

Mehl, gemahlene Walnüsse, Backpulver und Salz vermischen und rasch unter die Butter-Ei-Masse rühren. Den Teig in die Springform füllen und glatt streichen. Die Feigen mit Schnittfläche nach oben auf dem Teig verteilen und leicht hineindrücken. Wer mag, kann noch einige grob gehackte Walnüsse darüberstreuen, ich habe noch etwas vom Vanille Dattelzucker darübergestreut- das hat dann leicht karamellisiert. Den Kuchen auf der mittleren Schiene etwa 45 bis 50 Minuten backen. Mit der Stäbchenprobe prüfen, ob der Teig durchgebacken ist. Den Kuchen in der Form etwas auskühlen lassen und er schmeckt noch lauwarm am besten.

    Hinweis: Der Teig ist bewusst etwas fester als ein klassischer Rührteig. Frische Feigen enthalten viel Flüssigkeit und geben diese beim Backen an den Kuchen ab. Ein weicherer Teig würde dadurch leicht zu feucht werden. Der etwas festere Teig sorgt dafür, dass der Gâteau aux Figues nach dem Backen wunderbar saftig bleibt und die Feigen ihren großen Auftritt bekommen.

    Im französischen Originalrezept werden häufig gemahlene Mandeln und brauner Zucker verwendet. Ich habe es abgewandelt da ich beides nicht im Haus hatte.

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