Es ist jedes Jahr dasselbe: Die erste Zucchini im Garten wird von mir gefeiert. Man geht durch die Reihen, entdeckt die kleine grüne Schönheit und denkt sich: „Wie schön, endlich geht es los!“

Eine Pflanze, oder zwei, hätten eigentlich vollkommen gereicht. Schließlich weiß jeder, der schon einmal Zucchini angebaut hat: Sie wachsen nicht langsam vor sich hin – sie legen richtig los. Aus einem kleinen Pflänzchen wird schnell eine Zucchini-Produktion, die man fast täglich ernten kann. Außerdem gibt es grüne, gestreifte, runde oder gelbe, wie soll man sich da auf einen einzige Pflanze festlegen lassen. Aber irgendwie hat man dann entweder zu viele oder zu wenige Zucchini im Garten.

Irgendwann kommt aber die Frage: „Was mache ich jetzt bloß alles damit?“

Zum Glück sind Zucchini wahre Alleskönner in der Küche. Ob gebraten, gegrillt, als Suppe, im Kuchen versteckt oder eingelegt – die Möglichkeiten sind fast grenzenlos. Besonders gerne mache ich daraus Zucchini-Laberl: außen knusprig, innen saftig und eine wunderbare Möglichkeit, gleich mehrere Zucchini zu verarbeiten.

Knusprige Zucchini-Laberl mit Kräuterdip

Zutaten für ca. 6 Laberl (Stück)

  • 2 mittelgroße Zucchini (ca. 600–700 g)
  • 1 TL Salz zum Entwässern
  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • 1–2 Knoblauchzehen, fein gehackt oder gepresst
  • 1–2 Eier
  • ca. 100 g Haferflocken (je nach Feuchtigkeit der Zucchini auch etwas mehr oder weniger)
  • ca. 100 g Flahavan’s Irish Steel Cut Oatmeal
  • ca. 100 g frisch geriebener Parmesan (nach Geschmack auch weniger)
  • Semmelbrösel nach Bedarf
  • Salz und Pfeffer
  • frische Kräuter nach Geschmack, fein gehackt (z. B. Petersilie, Schnittlauch, Basilikum oder Oregano)
  • Öl zum Ausbacken

Zubereitung

Die Zucchini grob raspeln, mit etwas Salz bestreuen und etwa 30 Minuten stehen lassen. Das Salz zieht Wasser aus den Zucchini. Danach die Raspeln kräftig ausdrücken – das ist wichtig, damit die Laiberl später schön knusprig werden und nicht auseinanderfallen.

Die ausgedrückten Zucchini in eine Schüssel geben und mit Zwiebel, Knoblauch, Eiern, Kräutern, Parmesan und den Haferflocken vermischen.

Ich gebe gerne Flahavan’s Irish Steel Cut Oatmeal dazu. Steel Cut Oats sind nichts anderes als ganze Haferkörner, die nach dem Schälen mit Stahlmessern in kleine Stücke geschnitten werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Haferflocken werden sie also nicht gewalzt. Dadurch behalten sie ihre kernige Struktur und sorgen für einen angenehm nussigen Geschmack sowie mehr Biss in vielen Gerichten. Gerade in der herzhaften Küche ist Steel Cut Oatmeal ein kleiner Geheimtipp. Es nimmt Flüssigkeit gut auf, bleibt aber angenehm bissfest und sorgt beispielsweise bei den Zucchini-Laberln dafür, dass die Masse lockerer und kerniger wird. Im Gegensatz zu feinen Haferflocken wird die Konsistenz weniger „breiig“. Ich verwende es auch gerne als Porridge oder als Topping, in Müsliriegeln, überall wo es ein bisserl Biss braucht. Zum Glück gibt es in Wien einige Geschäfte wo ich es kaufen kann. Mit einer Dose kommt man auch relativ lange aus.

Die Menge der Haferflocken kann man ganz nach Gefühl anpassen. Je nachdem, wie viel Wasser die Zucchini enthalten, braucht die Masse etwas mehr oder weniger. Mit Semmelbröseln abbinden, bis eine gut formbare Masse entsteht.

Kleine Laberl formen und in heißem Öl langsam goldbraun ausbacken. Wer es etwas leichter möchte, kann sie auch im Airfryer zubereiten.

Kräuter-Knoblauch-Dip

  • 250 g Joghurt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder gepresst
  • frische Kräuter nach Geschmack
  • Salz und Pfeffer

Alles verrühren und kurz durchziehen lassen.

Die Zucchini-Laberl schmecken warm mit dem frischen Dip besonders gut – aber auch kalt sind sie ein feiner Snack.

Wie so oft bei mir ist auch dieses Rezept kein starres Maßwerk. Die Mengen können je nach Größe und Wassergehalt der Zucchini sowie nach dem eigenen Geschmack angepasst werden – wer mehr Käse oder Haferflocken mag, gibt einfach etwas mehr dazu. Wichtig ist vor allem: Die Zucchini vorher gut entwässern. Nur so bekommen die Laiberl die richtige Konsistenz und fallen beim Braten nicht auseinander.

Für meine deutschen Leser: ein Laberl ist eine Bulette, Laibchen aus Fleisch oder wie hier vegetarisch.

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