Vor einigen Jahren hätte wohl kaum jemand gedacht, dass Pistazien einmal im Südburgenland wachsen würden. Während meine Oliven den Winter nicht problemlos überstehen, haben die Pistazien erstaunlich gut durchgehalten. Jetzt heißt es warten, wenn uns der Hagel keinen Strich durch die Rechnung macht, darf ich heuer sogar auf die erste kleine Ernte hoffen.

Die Pistazie stammt ursprünglich aus den trockenen und heißen Regionen Westasiens und des Mittelmeerraums. Dort sind heiße Sommer und eher milde Winter die Regel. Genau diese Bedingungen finden wir mittlerweile immer häufiger auch im pannonisch geprägten Südburgenland.

Der Klimawandel zeigt sich bei uns nicht nur durch höhere Durchschnittstemperaturen. Auch die Zahl der Hitzetage nimmt zu, die Vegetationsperiode wird länger und manche Pflanzen, die früher als reine Exoten galten, fühlen sich plötzlich erstaunlich wohl. Feigen, Granatäpfel, Kiwis und mittlerweile auch Pistazien finden in geschützten Lagen oft gute Bedingungen vor.

Dabei braucht die Pistazie nicht nur Wärme. Sie bevorzugt durchlässige Böden und verträgt Trockenheit deutlich besser als Staunässe. Ein sonniger Standort ist Pflicht. Besonders junge Pflanzen freuen sich in den ersten Jahren über etwas Winterschutz, ältere Exemplare werden jedoch zunehmend robuster.

Wer Pistazien anbauen möchte, braucht Geduld. Die Bäume wachsen relativ langsam und tragen oft erst nach mehreren Jahren die ersten Früchte. Zudem benötigt man in der Regel männliche und weibliche Pflanzen, damit eine Bestäubung stattfinden kann. Erst dann können sich die bekannten Pistazienfrüchte entwickeln.

Die Pflege ist vergleichsweise unkompliziert. Wichtig sind ein sonniger Platz, ein lockerer Boden und Zurückhaltung beim Gießen. Zu viel Wasser schadet oft mehr als zu wenig. Gedüngt wird sparsam, geschnitten werden hauptsächlich beschädigte oder ungünstig wachsende Äste.

Natürlich bedeutet ein paar Pistazienbäume noch nicht, dass das Burgenland zur neuen Pistazienregion Europas wird. Dennoch zeigen solche Pflanzen deutlich, wie sehr sich unsere Gärten in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Arten, die früher nur aus dem Urlaub bekannt waren, finden heute zunehmend ihren Platz in heimischen Gärten.

Ob man diese Entwicklung nun spannend oder besorgniserregend findet – sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich unser Klima verändert. Für Gärtnerinnen und Gärtner bedeutet das neue Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen. Denn während manche wärmeliebenden Pflanzen profitieren, leiden andere unter Hitze, Trockenheit oder Wetterextremen.

Für heuer hoffe ich jedenfalls auf eine hagelfreie Saison. Denn die Aussicht auf die ersten eigenen Pistazien aus dem Südburgenland ist schon etwas ganz Besonderes.

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