Es gibt Tage, da braucht man einfach einen kleinen Energieschub – beim Arbeiten im Garten, auf einem Spaziergang durchs Weingebirge oder zwischendurch im Alltag. Und genau dann greife ich am liebsten zu etwas, das nicht nur schmeckt, sondern auch gut tut: einem selbstgemachten Müsliriegel. Schon der Duft von Haferflocken, Honig und Äpfeln in der Küche erinnert mich daran, dass gesunde Ernährung keine Frage von Aufwand ist, sondern von Bewusstsein – und ein bisschen Liebe zum Selbermachen. Der Müsliriegel ist heute fester Bestandteil unseres Alltags – ob als Jause , als Energiespender bei der Gartenarbeit oder als Snack. Doch seine Geschichte beginnt viel früher – mit dem klassischen Müsli, das um 1900 vom Schweizer Arzt Maximilian Oskar Bircher-Benner erfunden wurde.

Bircher-Benner servierte seinen Patienten im Sanatorium am Zürichberg eine einfache, aber revolutionäre Speise: geriebene Äpfel, Haferflocken, Nüsse, Zitronensaft und etwas Milch. Sein „Apfeldiätspeise“ war der Gegenentwurf zur schwer verdaulichen, gekochten Kost der damaligen Zeit – frisch, roh, leicht und voller Vitamine. Daraus entwickelte sich das „Bircher-Müsli“, das bis heute als Inbegriff natürlicher Ernährung gilt.
Mit dem zunehmenden Bedürfnis nach gesunden, haltbaren Snacks in den 1970er-Jahren kam schließlich die Idee, das Müsli „to go“ anzubieten. Der erste industriell hergestellte Müsliriegel wurde 1975 in den USA auf den Markt gebracht – inspiriert von der Naturkostbewegung jener Zeit. Bald schwappte der Trend nach Europa über, und der Müsliriegel wurde zum beliebten Begleiter im Alltag.
Wer einmal die Zutatenlisten vieler gekaufter Riegel liest, versteht schnell, warum sich das Selbermachen lohnt. In industriellen Produkten verstecken sich oft Zucker, Palmöl und künstliche Aromen – Zutaten, die mit einem ursprünglichen Müsli wenig zu tun haben.
Selbstgemachte Müsliriegel dagegen sind:
🌾 Gesünder, weil man Zucker, Fett und Zutaten selbst bestimmen kann.
🍎 Nachhaltiger, weil man Verpackungsmüll vermeidet und regionale Produkte verwendet.
🍯 Individueller, weil man immer neue Geschmacksrichtungen ausprobieren kann – je nach Saison und Vorrat.
Ein Punkt, den man beim Thema Müsliriegel nicht vergessen darf, ist die Nussallergie. Viele Rezepte enthalten Mandeln, Hasel- oder Walnüsse, was für Allergiker wie mich sehr problematisch sein kann, findet dann man welche ohne Nüsse ist Schokolade dabei…
Statt Nüssen kann man wenn man etwas Biss haben möchte einfach Kerne und Saaten verwenden – etwa Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam, Hanfsamen oder Leinsamen. Sie liefern ebenfalls wertvolle Fette, Eiweiß und Mineralstoffe, sorgen für Biss und sind allergikerfreundlich.
Mein Basisrezept, ergibt ca 12 Riegel:
Zutaten:
- 150 g Haferflocken- normale oder Vollkorn, Dinkelflocken
- 4 EL Vollkornmehl zur Bindung
- 4 EL Honig oder eine vegane Alternative (z. B. Reissirup, Agavendicksaft oder Dattelsirup)
- 2 Äpfel, mit Schale fein geraspelt
- 4 El Rapsöl, Distelöl, es sollte keinen starken Eigengeschmack haben- Olivenöl ist hier ungeeignet dazu.
- 1 Handvoll getrocknete oder etwas gefriergetrocknete Früchte (z. B. Apfelringe, Marillenstücke, Rosinen, Cranberries oder Beeren)
- 1 TL Zimt oder etwas Vanille, je nach Geschmack, hier kann man sich austoben wie man es am liebste hat
- optional: eine kleine Handvoll Kerne oder Saaten (z. B. Sonnenblumenkerne, Sesam oder Kürbiskerne)
Zubereitung:
- Haferflocken, Vollkornmehl, Gewürze, Früchte und Kerne in einer Schüssel vermischen.
- Die geraspelten Äpfel dazugeben.
- Honig oder Sirup und Öl einrühren, bis eine leicht klebrige Masse entsteht. Falls sie zu trocken ist, etwas mehr Honig oder Sirup hinzufügen. (Ehrfahrungssache und hängt auch von den Äpfeln oder vom Obst ab das man verwendet). Man kann auch als Süsse 1 Banane sehr reif dazugeben.
- Die Masse in Müsliriegelformen drücken und fest andrücken.
- Im Dörrgerät (z. B. „Dora“ von Springlane): bei ca. 60 °C etwa 4–5 Stunden trocknen lassen.
- Im Backrohr: bei 160 °C Ober-/Unterhitze rund 25–30 Minuten backen, bis die Riegel goldbraun sind.
- Nach dem Backen oder Trocknen vollständig auskühlen lassen und dann vorsichtig aus den Formen lösen.
Die Müsliriegel halten sich luftdicht verpackt etwa eine Woche – oder länger, wenn sie gut getrocknet sind. Besonders aromatisch werden sie, wenn man sie mit saisonalen Zutaten verfeinert: Im Herbst mit Apfel und Zimt, im Sommer mit Beeren oder ich mags im Sommer gerne zitronig mit Beeren und Zitronenmelisse aus dem Kräutergarten. Wer Schokolade möchte kann es noch mit Schokoglasur dekorieren, bei selbstgemacht ist der Fantasie keine Grenze gesetzt.
Ich verwende für meine Riegel das Dörrgerät „Dora“ von Springlane mit passenden Formen – die Riegel werden gleichmäßig, schön kompakt und besonders haltbar. (unbezahlte Werbung). Ich habe hier zwei Müslirformen und in den anderen Etagen trockne ich dann gleichzeitig Apfelchips. Mit der Hand geformt werden sie nicht so schön viereckig, aber es gibt auch Formen für das Backrohr. Man kann die Masse auch ca. 1cm dick auf ein Backpapier aufstreichen oder mit leicht feuchten Händen aufdrücken und vor dem Auskühlen in Riegel schneiden. Bei der Aufbewahrung Backpapiere oder Butterbrotpapier als Trenner zwischen benutzen.

