Das Beizen von Saatgut ist eine bewährte Methode um Samen vor Krankheiten zu schützen und ihre Keimfähigkeit zu verbessern Während in der konventionellen Landwirtschaft häufig chemische Beizmittel eingesetzt werden gibt es eine natürliche und umweltfreundliche Alternative das Beizen mit Kräutertees.
Verschiedene Kräuter enthalten wertvolle Inhaltsstoffe die das Saatgut stärken Pilzkrankheiten vorbeugen und das Wachstum junger Pflanzen fördern Beim Beizen werden Samen vor der Aussaat für eine bestimmte Zeit in einer Flüssigkeit eingeweicht. Dies kann aus mehreren Gründen vorteilhaft sein. Schutz vor Pilzkrankheiten da viele Samen anfällig für Pilzbefall sind der das Keimen hemmen oder zu Krankheiten wie Wurzelfäule führen kann, Förderung der Keimfähigkeit da das Einweichen die Keimhemmung bestimmter Samen lösen und das Wachstum der Keimlinge beschleunigen kann.
Die Nährstoffversorgung durch Kräutertees die wertvolle Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe machen die Jungpflanzen widerstandsfähiger, es ist umweltfreundlich da Kräutertees im Gegensatz zu synthetischen Beizmitteln biologisch abbaubar sind und das Bodenleben sowie Nützlinge wie Bienen und Regenwürmer schonen.
Je nach Pflanzenart und gewünschtem Effekt können verschiedene Kräutertees eingesetzt werden. Kamillentee schützt vor Pilzkrankheiten und beruhigt die Keimlinge da Kamille antiseptisch entzündungshemmend und beruhigend wirkt sie schützt das Saatgut vor Schimmelbildung und fördert eine gesunde Wurzelbildung.
Besonders geeignet ist Kamillentee für Tomaten Gurken Paprika Kräuter wie Basilikum und Oregano sowie Salate, Kohlgewächse und Bohnen. Schachtelhalmtee stärkt die Pflanzen gegen Pilzbefall und verbessert die Widerstandskraft da er reich an Kieselsäure ist und die Zellwände der Pflanzen. Schachtelhalmtee eignet sich gut für Kürbisgewächse wie Zucchini Kürbis Gurken Tomaten Kartoffeln und Erdbeeren. Knoblauchtee dient als natürliche Abwehr gegen Schädlinge und Pilze da er Schwefelverbindungen enthält die antibakteriell und antifungal wirken wodurch Keimlingskrankheiten verhindert werden. Besonders geeignet ist er für Bohnen, Erbsen, Möhren, Tomaten und Salate.
Brennnesseltee fördert das Wachstum und versorgt das Saatgut mit wichtigen Nährstoffen da er Stickstoff Eisen und Kalium enthält und kräftige Keimlinge unterstützt Besonders geeignet ist Brennnesseltee für alle Gemüsesorten insbesondere Tomaten Paprika Kürbis Gurken und Blattgemüse.
Ein Bad im Salbeitee schützt gegen Keimlingskrankheiten da er antibakterielle und fungizide Eigenschaften besitzt. Besonders geeignet ist er für Kräuter wie Basilikum Petersilie und Koriander sowie für Kohlgewächse und Tomaten. Fenchel oder Kümmeltee unterstützt die Keimung empfindlicher Samen und fördert das Wurzelwachstum Besonders geeignet ist dieser Tee für Möhren Petersilie, Sellerie und Pastinaken.
Die Anwendung des Beizens ist einfach, Kräutertee mit frischem oder getrocknetem Kraut zubereiten indem ein Esslöffel Kräuter auf 250 ml heißes Wasser gegeben wird. Den Tee auf etwa 30 bis 40 Grad abkühlen lassen da zu hohe Temperaturen das Saatgut schädigen können. Das Saatgut in den lauwarmen Tee legen und je nach Art für einige Stunden oder über Nacht einweichen. Feine Samen wie Salat und Basilikum benötigen zwei bis drei Stunden. Mittelgroße Samen wie Tomaten Gurken und Paprika sechs bis zwölf Stunden. Harte große Samen wie Bohnen Erbsen und Kürbis zwölf bis vierundzwanzig Stunden. Nach dem Beizen das Saatgut abtropfen lassen und auf einem sauberen Tuch trocknen. Danach direkt aussäen.
Beizen von Saatgut mit Kräutertees ist eine nachhaltige chemiefreie Methode um Samen auf die Keimung vorzubereiten, ihre Widerstandskraft zu erhöhen und das Wachstum der Keimlinge zu fördern. Je nach Pflanzenart bieten unterschiedliche Tees spezielle Vorteile von der Bekämpfung von Pilzkrankheiten bis hin zur Wachstumsstimulierung. Diese einfache aber effektive Technik ist besonders für Hobbygärtner und ökologische Anbauer eine wertvolle Möglichkeit gesunde und robuste Pflanzen zu ziehen.