Jetzt nasche ich im Garten etwas ganz Besonderes, mit viel Vitamin C und frisch vom Baum.

Die Mispel, eine oft übersehene Frucht mit einem einzigartigen Geschmack und einer langen Geschichte, erlebt in den letzten Jahren ein kleines Comeback. Jetzt im Winter ist die perfekte Zeit, sie zu ernten, denn erst nach den ersten Frösten wird sie richtig genussreif. Ihr süß-herber Geschmack macht sie zu etwas ganz Besonderem – ein kulinarischer Schatz, den es zu entdecken gilt.

Ein Blick auf die Mispel

Die Mispel (Mespilus germanica) ist ein uralter Obstbaum, der ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum stammt. Schon die Römer brachten die Mispel nach Mitteleuropa, wo sie im Mittelalter in fast jedem Bauerngarten zu finden war. Heute ist sie leider ein wenig in Vergessenheit geraten – zu Unrecht, denn die Mispel bietet nicht nur geschmackliche Vielfalt, sondern auch gesundheitliche Vorteile.Hildegard von Bingen, die berühmte Äbtissin und Naturheilerin des Mittelalters, schätzte die Mispel für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften und erwähnte sie in ihren Schriften. Sie sah die Mispel als ein Heilmittel für den Körper, das vor allem bei Verdauungsproblemen hilfreich ist.

In ihrem Buch “Physica” schrieb sie, dass die Mispel kühlende Eigenschaften habe und dem Körper helfe, überschüssige Hitze auszugleichen. Besonders bei Magenbeschwerden und „ungesundem Schleim“ empfahl sie die Frucht, da sie reinigend und harmonisierend auf den Verdauungstrakt wirke.

Darüber hinaus lobte sie die Mispel für ihre Fähigkeit, den Körper zu kräftigen und das Immunsystem zu unterstützen, besonders in den kalten Monaten, in denen der Körper anfälliger für Krankheiten sei.

Ihre Ansichten zeigen, dass die Mispel schon im Mittelalter als wertvolle Heilpflanze galt.

Ernte und Geschmack

Die Mispel ist ein Spätzünder, denn erst nach den ersten Frösten wird sie genießbar. Durch die Kälte wird das Fruchtfleisch weich und der hohe Gerbstoffgehalt baut sich ab. Die Frucht hat dann einen süßen, leicht herben Geschmack, der an Apfelmus mit einem Hauch von Zimt erinnert.

Beim Verzehr bricht man die Schale auf und genießt das weiche Fruchtfleisch, das von den kleinen, ungenießbaren Kernen umgeben ist. Ob frisch vom Baum oder in der Küche verarbeitet – die Mispel hat viel zu bieten.

Wirkstoffe und Gesundheit

Die Mispel ist nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleiner Gesundheitsschatz. Zwei ihrer herausragenden Wirkstoffe sind:

1. Gerbstoffe: Die Gerbstoffe der Mispel wirken entzündungshemmend und adstringierend, was sie zu einem natürlichen Helfer bei Magen-Darm-Beschwerden macht.

2. Pektin: Dieser Ballaststoff fördert die Verdauung und unterstützt eine gesunde Darmflora.

Darüber hinaus ist die Mispel reich an Vitaminen, insbesondere Vitamin C, das das Immunsystem stärkt – perfekt für die kalte Jahreszeit.

Verwendung in der Küche

Die Mispel ist vielseitig einsetzbar. Hier einige Ideen:

Roh genießen: Frisch gereift schmeckt die Mispel am besten pur.

Mispelmus: Das Fruchtfleisch lässt sich leicht zu einem süßen Mus verarbeiten, das hervorragend zu Pfannkuchen oder Joghurt passt.

Liköre und Gelees: Mit ihrem süß-säuerlichen Geschmack eignet sich die Mispel hervorragend für selbstgemachte Liköre oder Gelees.

Backen: In Kuchen oder Tartes verleiht sie eine angenehme Fruchtigkeit.

Ein Stück lebendige Geschichte

Die Mispel war einst ein Symbol für Fruchtbarkeit und wurde in vielen mittelalterlichen Texten erwähnt. Dichter wie Geoffrey Chaucer besangen ihre Vorzüge, und in der Heilkunst war sie für ihre medizinischen Eigenschaften geschätzt. Obwohl sie im Laufe der Zeit von populäreren Früchten wie Apfel und Birne verdrängt wurde, gibt es heute wieder ein wachsendes Interesse an alten Obstsorten wie der Mispel.

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